Der Rauchfang

Der Rauchfang ist ein wichtiger Bestandteil des Hauses. Nur wenn er richtig funktioniert, erleben Sie in Ihrem zu Hause wohlige Wärme und richtige Geborgenheit.

Die Funktion des Rauchfangs basiert auf dem Kamineffekt. Er erzeugt einen Auftrieb durch die im Vergleich zur umgebenden Luft leichtere Gassäule. Die geometrischen Parameter Höhe und lichte Weite des Rauchfangs müssen deshalb auf die zu fördernde Gasmenge und ihre Temperatur abgestimmt sein.
Die Strömung des Gases erzeugt durch den Bernoullischen Effekt im Kamin einen niedrigeren Luftdruck, der verhindert, dass Rauchgase aus Feuerstätten in die Wohnbereiche dringen.

Wegen seiner sicherheitsrelevanten Funktion in häuslichen Feuerstätten (Kohlenstoffmonoxidvergiftung, Rußbrandgefahr) ist der Rauchfang wie die Abgasleitung baurechtlich abnahmepflichtig. Die Abnahme und Überprüfung wird in Österreich durch den Rauchfangkehrer durchgeführt.


Folgende Hausschornsteine sind in Europa gängig:

  • Dreischalige Rauchfänge - bestehend aus Mantelstein, Dämmung und Innenrohr
  • Zweischalige Rauchfänge - bestehend aus Schacht mit Innenrohr doppelwandige Edelstahlschornsteine (dreischalig)
  • Einschalige Rauchfänge - bestehend aus einem mineralischem Schacht

Der hauptsächlich verwendete Typ ist der dreischalige; dieser Rauchfangtyp wird seit über 35 Jahren eingesetzt. Er ist wärmedämmend, feuchteunempfindlich und einfach aufzubauen. Durch die Dämmung bleibt die Abgaswärme erhalten und der Unterdruck wird vergrößert.

Zweischalige Rauchfänge werden zunehmend eingesetzt als Abgasleitung oder dort wo mit Überdruck Abgase aus dem Haus geleitet werden müssen. Raumluftunabhängige Heizgeräte werden meistens an einem zweischaligen Schornstein angeschlossen, bei dem der Zwischenraum zwischen Schacht und Innenrohr als Zuluftschacht verwendet wird. Diese Schornsteinsysteme werden auch LAS-Rauchfang genannt.

Neuerdings sind wegen der Energieeinsparverordnung bei Öfen und Kaminen auch raumluftunabhängige Geräte im Handel; diese werden dann an dreischaligen LAS-Rauchfänge angeschlossen. Der Ofen bezieht dann seine Verbrennungsluft durch den Zuluftschacht des Schornsteins von außen, statt sie wie normale Öfen dem Aufstellraum zu entnehmen. Dadurch kann die Gebäudehülle luftdicht erstellt werden, wie es die EnEV fordert.